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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. August 2018

Aretha Franklin ist tot

Die Soulsängerin wurde 76 Jahre alt

Die Soulsängerin Aretha Franklin ist tot. Die "Queen of Soul" starb heute im Alter von 76 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs, teilte die Recording Academy mit, die für die Verleihung der Musikpreise Grammys zuständig ist. Franklin sei eine "unvergleichliche Künstlerin" gewesen, mit einer der "tiefgreifendsten Stimmen" der Musikbranche. Der frühere US-Präsident Bill Clinton erklärte, er und seine Frau Hillary trauerten um Franklin. Die Sängerin sei "einer der größten Schätze Amerikas" gewesen. "Mehr als 50 Jahre lang hat sie unsere Seelen berührt." Schon vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Franklin schwer erkrankt war. Freunde und Wegbegleiter wie der Sänger Stevie Wonder und der Bürgerrechtler Jesse Jackson hatten die Musikerin daraufhin in ihrem Haus in Detroit besucht. Aktivisten hatten Mahnwachen und Kirchen Andachten angekündigt. Zahlreiche Prominente schickten Genesungswünsche. Franklin wurde mit Titeln wie "Respect", "Chain of Fools" und "I Say a Little Prayer" berühmt. Für ihren von Gospel und Jazz beeinflussten Soulgesang wurde sie mit 18 Grammys ausgezeichnet. Im Februar 2017 hatte sie ihren Rückzug aus dem Musikgeschäft angekündigt.

Geschenk: 150 Beuys-Werke für Museum Münster

Die Sammlung des Ehepaares Rotert ist bislang noch nicht gezeigt worden

150 Werke von Joseph Beuys hat das Sammlerpaar Manfred und Ingrid Rotert aus Osnabrück dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster geschenkt. Zur Kollektion der sogenannten Multiples gehören der legendäre Filzanzug von 1970 und die Capri-Batterie von 1985. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Die Sammlung soll im Landesmuseum vom 29. November bis zum 29. September kommenden Jahres ausgestellt werden. Landesmuseum-Kuratorin Marianne Wagner äußerte sich begeistert. Die Sammlung sei "enorm wichtig" für das Haus. Sie komme aus einer Hand und sei bislang noch nirgends gezeigt worden.

Hausarrest von Serebrennikow wieder verlängert

Eine Freilassung des Regisseurs gegen Kaution wurde vom Gericht abgelehnt

Knapp ein Jahr nach der Festnahme des russischen Starregisseurs Kirill Serebrennikow hat ein Moskauer Gericht seinen Hausarrest abermals verlängert. Der 48-Jährige dürfe seine Wohnung im Stadtzentrum einen weiteren Monat nicht ohne Genehmigung verlassen, urteilte das Gericht. Der Leiter des renommierten Moskauer Gogol-Theaters war im August 2017 wegen angeblicher Veruntreuung von staatlichen Fördergeldern in einer Höhe von 133 Millionen Rubel (rund 2 Millionen Euro) festgenommen worden. Seitdem steht er unter Hausarrest. Serebrennikow selbst bestreitet seine Schuld. "Die andauernden Ermittlungen haben nichts ergeben, was meine einjährige Isolation von der Gesellschaft rechtfertigen oder meine Schuld beweisen könnte", sagte er der Agentur Tass zufolge im Gericht. Sein Anwalt bezeichnete die ständige Verlängerung des Hausarrests als rechtswidrig und forderte eine Freilassung gegen Kaution. Das Gericht lehnte dies jedoch ab.

Neuer Textchef bei der Zeit

Christof Siemes folgt auf Anna von Münchhausen

Christof Siemes wird zum 1. September neuer Textchef der Zeit, das teilte die Verlagsgruppe mit. Seine Aufgabe ist die Abnahme aller Seiten der Zeitung, weshalb er mit der Chefredaktion eng zusammenarbeiten wird. Der 54-Jährige folgt auf Anna von Münchhausen, die seit 2010 die Position innehatte und nun in den Ruhestand geht. Siemes war zuletzt Redaktionsverantwortlicher für die Digitalausgaben. Bereits seit 1993 ist er bei der Zeit angestellt.

Financial Times-Chef verzichtet auf Teil seines Gehalts

Hintergrund ist heftige Kritik von Mitarbeitern

Nach Kritik an seinem millionenschweren Gehalt gibt der Chef der Wirtschaftszeitung "Financial Times" einen Teil davon zurück. John Ridding erklärte in einer Mail an die Mitarbeiter des Blattes, er werde von den umgerechnet 2,9 Millionen Euro, die er für 2017 erhalten habe, umgerechnet 571.000 Euro in die Entwicklung der Zeitung stecken: Dabei soll es vor allem um die Gleichstellung von Männern und Frauen bei der Zeitung gehen. Mitarbeiter hatten Anfang August an die FT-Mitarbeiter in aller Welt geschrieben, Riddings Gehalt sei absurd hoch und dieser sollte einen Teil davon zurückgeben. Die Gewerkschaft begrüßte die Ankündigung ihres Chefs, forderte aber weitere Schritte. Sie fordern eine bessere Bezahlung vor allem für Trainees.

Grabstätte der Preußenkönige wird restauriert

Die Arbeiten im Berliner Dom werden auf 17,3 Millionen Euro beziffert

Die Hohenzollerngruft mit den Überresten der preußischen Herrscher im Berliner Dom soll als nationales Denkmal restauriert werden. Die auf 17,3 Millionen Euro bezifferten Arbeiten sollen in der zweiten Hälfte 2019 starten und zwei Jahre dauern. Dabei soll der Zugang zur Grabstätte erweitert werden. Mit Hilfe von neuer Technik sollen die Särge in ein neues Licht getaucht werden. Der Dom sei angesichts eines Besucherstroms von 700 000 Menschen im Jahr an der Grenze seiner Belastung. Belüftung und Infrastruktur seien nicht mehr zeitgemäß.
Bis 1999 war die Hohenzollerngruft nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Keller der einstigen Staatskirche in der historischen Mitte Berlins ruhen fast 100 Hohenzollern, darunter der erste Preußenkönig Friedrich I. und seine zweite Gattin Sophie-Charlotte.

Umsatz von E-Books steigt über 100 Millionen Euro

Im ersten Halbjahr 2018 wurden 16,7 Millionen E-Books verkauft

Der Umsatz von E-Books ist im ersten Halbjahr dieses Jahres stark gestiegen. Der Umsatz wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,3 Prozent auf 100,6 Millionen Euro. Das teilt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Damit wird der negative Trend von 2017 umgekehrt. Die Zahl der Käufer stieg nach Angaben des Börsenvereins im ersten Halbjahr um 6,1 Prozent auf 2,7 Millionen. Jeder von ihnen kaufte im Durchschnitt 6,2 digitale Bücher. Das sind 9,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 16,7 Millionen E-Books verkauft, ein Plus von 16,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Trotz der weiter sinkenden Preise für E-Books verblieb damit unterm Strich das starke Umsatzplus.

Kumi Naidoo tritt Amt als Amnesty-Generalsekretär an

Südafrikaner will Menschenrechte stärker in Zusammenhängen denken

Die weltweite Menschenrechtsbewegung muss nach Ansicht des neuen Amnesty-Generalsekretärs Kumi Naidoo stärker in Zusammenhängen denken. Um die komplexen Herausforderungen der Welt anzugehen, müssten Kategorien aufgebrochen werden, betonte der Südafrikaner zu seinem Amtsantritt in London. Bei den Menschenrechten gehe es nicht "um ein paar Arten von Ungerechtigkeit". So sei etwa der Klimawandel auch ein Thema von Ungleichheit und Rassendiskriminierung, ebenso seien Wirtschaft und Frauenrechte miteinander verflochten."Die Muster der Unterdrückung, die wir erleben, hängen alle zusammen", erklärte Naidoo. Der 1965 in Durban geborene Umwelt- und Menschenrechtsaktivist übernimmt als Generalsekretär von Amnesty International von dem Inder Salil Shetty, der das Amt seit 2010 innehatte.

Architekt Renzo Piano: Brückeneinsturz war vermeidbar

Der Architekt findet harte Worte für die vernachlässigte Wartung

Der Architekt Renzo Piano sieht als Ursache für den Einsturz der Morandi-Brücke in seiner Heimatstadt Genua vor allem eine gewohnheitsmäßige Nachlässigkeit: "Ich hoffe, dass der Zusammenbruch dieser Brücke uns das bringen wird, von diesem 'passt schon' loszukommen." Der Einsturz des Bauwerks aus den 60ern hätte verhindert werden können, so Piano. "Das war kein Unfall", so der Architekt des Pariser Centre Pompidou. "Diesem Unglücksfall hat die Wissenschaft etwas entgegenzusetzen: Italien ist ein Land großer Architekten, brillanter Designer und Wissenschaftler, aber das wird nicht angewandt." Am Dienstag war ein 100 Meter langes Teilstück der insgesamt etwa einen Kilometer langen Brücke eingebrochen. Die Zahl der Todesopfer beträgt 39.

Fake-News-Vorwürfe : US-Zeitungen positionieren sich

Fast 350 Medien beteiligen sich an Leitartikel-Aktion

Die Artikel wenden sich gegen die Behauptungen von US-Präsident Trump, Medien würden Falschnachrichten verbreiten und kritische Journalisten würden Feinde des Volkes sein. Die Zeitung "The Boston Globe" hatte Medien im ganzen Land dazu aufgerufen, mit Leitartikeln Position zu beziehen. Nach Ansicht des "Globe" haben die Vorwürfe des Präsidenten gefährliche Konsequenzen. Unter anderem würde das Vertrauen der Menschen in unabhängige Berichterstattung verloren gehen. Andere Zeitungen warnten vor einer Gefährdung der Demokratie. Einige Medienhäuser bewerten die Aktion auch kritisch. Das konservative "Wall Street Journal" etwa warnte im Vorfeld, dass eben eine solche abgestimmte Aktion nicht den Eindruck von Unabhängigkeit der Redaktionen erwecke. Trump habe genauso das Recht auf freie Meinungsäußerung wie seine Gegner in den Medien.