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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Tenor Bruce Rankin verstorben

Düsseldorfer Oper trauert um langjähriges Ensemblemitglied

Der britische Tenor Bruce Rankin ist tot. Er sei bereits am vergangenen Montag im Alter von 65 Jahren gestorben, teilte die Deutsche Oper am Rhein mit. In Düsseldorf war Rankin langjähriges Ensemblemitglied gewesen. Der Sänger hätte in der kommenden Spielzeit sein 20-jähriges Jubiläum am Rhein gefeiert. Bruce Rankin kam nach ersten Engagements an britischen Opernhäusern und in Bremen 1998 an die Rheinoper. In den letzten Jahren habe er sich "zu einem großartigen Charaktertenor" entwickelt und ein besonderes Talent für skurrile Figuren gezeigt. "Der plötzliche Tod von Bruce Rankin trifft uns tief im Herzen", sagte Generalintendant Christoph Meyer.

Unesco: Angriffe auf Künstler nehmen zu

UN-Kulturorganisation kritisiert weiterhin Benachteiligung von Frauen

Künstler werden nach Angaben der Unesco zunehmend Opfer von Angriffen. Im Jahr 2016 seien 430 Angriffe verzeichnet worden, so ein Bericht der UN-Kulturorganisation. Als Gegenmaßnahmen verzeichnete der Bericht "Kulturpolitik neu gestalten - Kreativität fördern, Entwicklung voranbringen" gesetzliche Änderungen, das Schaffen von sicheren Rückzugsorten in Künstlerresidenzen, die Aufnahme von Kunstschaffenden durch Städte sowie die Einrichtung von Notfallfonds und Hilfen durch über 100 Organisationen weltweit. Außerdem kritisieren die Autoren des Berichts die Benachteiligung von Frauen in nahezu allen Bereichen der Kulturbranche weltweit. Zwar sei das Bewusstsein für die Bedeutung der Geschlechtergleichstellung in den vergangenen Jahren gestiegen, das reiche jedoch nicht aus. Frauen seien in Schlüsselpositionen weiterhin unterrepräsentiert, beklagte die Unesco.

Insider: Disney kauft Großteil von Fox-Gruppe

Milliardengeschäft soll heute offiziell bekannt gemacht werden

Walt Disney steht einem Insider zufolge vor dem Kauf von Großteilen des Konzerns Twenty First Century Fox des Medienunternehmers Rupert Murdoch. Für 75 Milliarden Dollar werde Disney das Film- und TV-Geschäft von Fox sowie dessen internationale Aktivitäten übernehmen, heißt es. Fox werde sich künftig auf die Bereiche Nachrichten und Sport konzentrieren. Das Vorhaben solle am Donnerstag angekündigt werden. Über die Pläne war bereits längerem spekuliert worden. Mit einer Übernahme der Fox-Bereiche sichert sich Disney auch Zugriff auf Filme des Hollywood-Studios. Zudem kauft Disney den Fox-Anteil an dem Videostreaming-Dienst Hulu und erhält damit eine Kontrollmehrheit an dem Netflix-Rivalen.

262 Journalisten weltweit in Haft

Die meisten in der Türkei, China und Ägypten

262 Personen weltweit befinden sich nach Angaben der Organisation Committee to Protect Journalists wegen ihrer Arbeit zur Beschaffung von Nachrichten und für die Berichterstattung im Gefängnis. Die in New York ansässige Gruppe, die sich für Journalisten einsetzt, teilte mit, dass die Zahl der inhaftierten Journalisten die höchste sei, seit sie ihre jährliche Erhebung zu Journalisten hinter Gittern Anfang der 1990er Jahre begonnen habe. Die Zahl 2017 übertraf die des Vorjahrs von 259 inhaftierten Journalisten. Das war bislang die höchste Zahl gewesen. Laut der Organisation sind in der Türkei, China und Ägypten die meisten Journalisten im Gefängnis. In der Türkei befänden sich 73 Journalisten hinter Gittern, in China 41 und in Ägypten 20.

"Three Billboards..." für vier SAG Awards nominiert

Die SAG Awards haben Einfluss auf das Rennen um die Oscars

Der Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" wurde für vier Screen Actors Guild Awards nominiert. Darstellerin Frances McDormand kann hoffen, als beste Schauspielerin ausgezeichnet werden, Woody Harrelson und Sam Rockwell sind als beste Nebendarsteller nominiert und auch in der Kategorie "Beste Besetzung" könnte es einen SAG Award geben. Verliehen werden die Preise am 21. Januar von der Schauspielergewerkschaft. Die SAG Awards haben beträchtlichen Einfluss auf das Rennen um die Oscars, die später verliehen werden.

"Bibliotheca Arabica" für neue arabische Literaturgeschichte

Das Projekt hat eine Laufzeit von 18 Jahren

Mit dem Großprojekt einer "Bibliotheca Arabica" will die Sächsische Akademie der Wissenschaften die arabische Literaturgeschichte neu schreiben. Zum 1. Januar starten die geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschungen an der Uni Leipzig.
Ziel sei es, weitreichende Erkenntnisse zur arabischen literarischen Produktion in ihren sozialen Zusammenhängen zu gewinnen. Die digitale Plattform "Bibliotheca Arabica" soll auf Deutsch, Englisch und Arabisch das zentrale Arbeitsinstrument der Arabistik, Islamwissenschaft und der Nachbardisziplinen werden. Forschern aus aller Welt soll es damit erleichtert werden, das kulturelle Erbe zu erschließen und zu sichern. Das von Bund und Ländern finanzierte Projekt hat eine Laufzeit von 18 Jahren, mit einem jährlichen Förderbudget von mehr als 400.000 Euro. Im Fokus stehen Bücher zwischen dem 12. und dem 19. Jahrhundert. Quellen aus dieser Epoche seien bislang kaum erschlossen und erforscht, weil sie lange als Zeit des Niedergangs der arabisch-islamischen Kultur nach ihrer klassischen Blütezeit verstanden worden sei.

Venezuelas Opposition mit Sacharow-Preis ausgezeichnet

Das Europaparlament ehrt damit den Einsatz für Menschenrechte

Das Europäische Parlament hat seinen "Sacharow-Preis für geistige Freiheit" an die Vertreter der demokratischen Opposition in Venezuela verliehen. Parlamentspräsident Antonio Tajani sagte: "Das ist der höchste Preis, den die EU verleiht an jene, die die Menschenrechte verteidigen." Ausgezeichnet wurden unter anderem der Präsident des entmachteten venezolanischen Parlaments, Julio Borges, sowie eine Organisation zur Verteidigung politischer Häftlinge in dem lateinamerikanischen Land. Die Opposition in Venezuela kämpft gegen den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro, der unter anderem das Parlament ausschaltete.

Uffizien-Direktor Schmidt lehrt künftig in Berlin

Schmidt übernimmt 2019 die Leitung des Kunsthistorischen Museums in Wien

Der deutsche Kunsthistoriker und Direktor der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt (49), lehrt künftig als Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin. "Für die Studierenden wird es ein großer Gewinn sein, einen akademischen Lehrer zu erleben, der ihnen Insider-Einblicke in hochkarätige Sammlungen und auch in die fachlichen und strategischen Aufgaben eines verantwortlichen Leiters solcher Sammlungen geben kann", sagte die Dekanin der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät, Julia von Blumenthal, bei der Überreichung der Ernennungsurkunde. Schmidt gilt als ausgewiesener Forscher auf dem Gebiet der italienischen Künste der Renaissance und des Barock. Er ist seit 2015 Direktor der Uffizien in Florenz.