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Freitag, 18. August 2017

Wahrscheinlichkeit 1,2 Prozent für eine Ehering-Möhre

Jemand verliert beim Buddeln im Garten einen Ring - und viele Jahre später taucht der wieder auf, durchwachsen von einer Möhre.

Solche Meldungen gibt es immer mal wieder - gerade erst aus Kanada. Da hat eine 84 Jahre alte Frau ihren Verlobungsring nach 13 Jahren wiedergefunden - auf einer Karotte. Es sind aber auch schon Ring-Möhren in Deutschland aufgetaucht. Spiegel Online hat jetzt mal eine Rechnung aufgestellt, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Möhre durch einen verlorenen Ring wächst.

Für einen Ring mit einem Durchmesser von anderthalb Zentimetern, der nicht tiefer als 30 Zentimeter in einem Beet liegt, in dem die Karotten zehn Zentimeter voneinander entfernt sind, beträgt diese Wahrscheinlichkeit 1,2 Prozent. Das sei gar nicht so wenig. Und wenn man annimmt, dass weltweit in 100 Karottenfeldern ein Ring liegt, dann müsste pro Jahr im Schnitt eine Ring-Möhre auftauchen.[1]

Whisky Etwas Wasser hebt Geschmack hervor

Einem echten Whisky-Liebhaber kommt keine Cola in den Drink - allenfalls ein paar Tropfen Wasser. Die können tatsächlich den Geschmack verbessern.

Forscher aus Schweden haben jetzt untersucht, woran das liegt. Dafür haben sie am Computer simuliert, welche Verbindungen Wasser, Alkohol und der Aromastoff Guajacol bei unterschiedlicher Alkoholkonzentration miteinander eingehen. Guajacol ist einer der Stoffe, die für den rauchigen Geschmack vieler Whisky-Sorten verantwortlich ist. Das Guajacol befindet sich bis zu einem Alkoholgehalt von etwa 45 Prozent eher an der Grenzschicht zwischen Flüssigkeit und Luft und wird dort vermehrt freigesetzt. Dadurch kann der Stoff direkt Geruch und Geschmack des Whiskys beeinflussen. Steigt der Alkoholgehalt auf 59 Prozent oder mehr, sinkt der geschmacksvermittelnde Stoff hingegen eher ab. Mit Wasser kann der Alkoholgehalt etwas reduziert und das Guajacol wieder nach oben geholt werden.

Die Forscher schreiben im Fachmagazin Scientific Reports, das könnte erklären, warum sich das Verdünnen eines edlen Whiskys durchaus lohnen könne. Allerdings müsse man dabei vorsichtig sein: Es gebe eine sehr feine Balance zwischen der Verbesserung des Geschmacks und dem Ruinieren des Drinks.

Gemüse Tomaten waren früher nur so groß wie Beeren

Es gibt Tomaten, die sind so groß, dass man von einer satt wird - Ochsenherz-Tomaten zum Beispiel.

Diese Ausmaße sind aber eine neue Erscheinung. Denn ursprünglich waren Tomaten nur ungefähr so groß wie Beeren. Und sie wogen auch nur ein Tausendstel mancher Tomate von heute. Das schreiben Wissenschaftler aus den USA im Fachmagazin PLOS Genetics. Sie haben die Entwicklung der Tomate untersucht, seit sie vor rund 10.000 Jahren in den Anden wuchs.

Dass Tomaten seitdem so viel größer sind, schreiben die Forscher dem Menschen zu: Der hat immer nur die Samen der größten Tomaten weiterverwendet, es hat also eine Selektion stattgefunden. Entscheidend für die Größe sei ein Gen, das die Größe der Zellen bestimmt. Bei den Tomaten von heute ist es mutiert - und das hat zur Folge, dass im Fruchtgehäuse jede einzelne Zelle sehr viel größer wird. Für die Forscher sind das wichtige Erkenntnisse, um den Ertrag beim Anbau von Tomaten in Zukunft noch weiter zu steigern.[6]

Bäume Auch im hohen Alter noch sehr nützlich

Je älter, desto nützlicher.

Das gilt zumindest für Bäume: Zwischen 39 und 50 Prozent ihres gesamten Kohlenstoffanteils nehmen sie im letzten Viertel ihres Lebens auf. Das schreiben Forstwissenschaftler aus Hamburg im Fachjournal PLOS One.

Bäume lagern den Kohlenstoff aus dem CO2, das sie aus der Luft aufnehmen, dauerhaft im Stamm und in den Ästen ein. Doch bisher war nicht klar, ob sie das auch noch im hohen Alter können. Die Wissenschaftler untersuchten deshalb 61 Bäume dreier Arten aus dem Regenwald in Surinam, die zwischen 83 und 255 Jahre alt waren. Aus der Dicke der Jahresringe und der Biomasse konnten sie errechnen, wie viel Kohlenstoff jeder Baum pro Jahr aufgenommen hatte.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass ältere Tropenbäume besonders viel Kohlenstoff aufnehmen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Sie schreiben, dass sich diese Ergebnisse auch auf europäische Bäume übertragen lassen.[3]