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Mittwoch, 1. März 2017

Schulsystem Schlechtere Chancen für ausländische Schüler

Migranten haben im deutschen Schulsystem schlechtere Chancen als ihre Mitschüler mit deutschem Pass.

Laut einer Studie im Auftrag der Bertelsmannstiftung ist das Risiko bei den Schülern ohne deutschen Pass höher, dass sie die Schule abbrechen - und es ist in den letzten sechs Jahren leicht gestiegen. Jeder Achte in dieser Gruppe bricht die Schule ab. Dabei gibt es bei allen Schülern unterm Strich weniger Schulabbrecher.

Große Unterschiede gibt es auch bei der sozialen Herkunft der Schüler: Neuntklässler aus sozial schwächeren Milieus liegen bei der Lesekompetenz fast zwei Schuljahre hinter denen, deren Eltern besser gestellt sind.

Der Bildungserfolg hängt außerdem davon ab, wo man in Deutschland wohnt: So machen in Hamburg über 60 Prozent der Schüler Abitur, in Sachsen-Anhalt sind es nur knapp 40 Prozent.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: So ist das Schulsystem laut der Studie durchlässiger geworden, die Zahl der Ganztagsschulen steigt und das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung kommt voran.

Für die Studie haben Wissenschaftler der Universitäten Dortmund und Jena Schulstatistiken aus dem Schuljahr 2014/2015 ausgewertet. [3]

Zweiter Weltkrieg Warum Nicht-Deutsche bei der Waffen-SS waren

Die Waffen-SS hat im Zweiten Weltkrieg eine Spur von Tod und Verwüstung durch Europa gezogen.

Doch nicht nur Deutsche, auch eine halbe Million Männer aus den von Deutschland besetzten Gebieten waren freiwillig bei der Waffen-SS, in Kampfeinheiten oder als Wachleute in Konzentrationslagern. Warum, das erforscht ein internationales Historikerteam.

Laut den ersten Ergebnissen waren viele auf die finanzielle Versorgung aus, für andere war es der einzige Weg, zu überleben. Denn einige Freiwillige kamen aus Kriegsgefangenenlagern, in denen viele starben. Manche Ukrainer versprachen sich eine bessere Zukunft in Deutschland, weil es ihr Land nicht mehr gab. Nicht wenige wollten mit Deutschland den Kommunismus bekämpfen. Diese Gruppe hielt am längsten an ihren Überzeugungen fest.

Doch egal, warum die Männer mitmachten, nach dem Krieg war ihr Schicksal gleich: Ihre Rolle wurde in den Heimatländern totgeschwiegen. [1]

Musik Glückliche Erinnerungen kommen schneller wieder

Beim Musikhören erinnert man sich schneller an glückliche Erlebnisse aus der Vergangenheit als an traurige.

Um das herauszufinden haben Forscher der McGill-Universität in Kanada Studenten kurze Klavierstücke vorgespielt, die sie noch nicht kannten. Die waren entweder fröhlich, friedlich, beängstigend oder traurig. Wenn sich die Probanden an etwas erinnerten, mussten sie es sofort aufschreiben. Dabei wurde dann festgehalten, wie schnell und wie lebendig die Erinnerung kam und wie individuell sie war.

Das Ergebnis: Die fröhlichen Erinnerungen waren am schnellsten da. Aufregende, fröhliche Musik hat vor allem Erinnerungen wachgerufen, die in einer Gruppe passiert sind. Es hat auch einen Unterschied gemacht, ob man viel fröhliche Musik am Stück hört: Dann waren die Erinnerungen am lebendigsten. [5]

Landwirtschaft Mit weniger Pestiziden ginge es auch

Landwirtschaft würde auch mit weniger Pestiziden funktionieren.

Das schreiben französische Forscher im Fachmagazin Nature Plants. Sie haben sich fast 1000 Bauernhöfe in Frankreich angeschaut, die konventionelle Landwirtschaft betreiben, also keine Bio-Höfe. Über drei Jahre wurde gemessen, wie viel diese Farmen produzieren, wie viel Geld sie damit machen – und wie viel Pestizid sie spritzen.

Zu diesen Pestiziden gehören hauptsächlich Mittel gegen Insekten, Unkraut und Pilzbefall, aber auch gegen Nagetiere, Schnecken und andere Schädlinge. Gleichzeitig haben sich die Wissenschaftler noch die Umweltbedingungen einzelner Farmen angeschaut, also wie fruchtbar die Böden sind und wie das Klima in der Region ist und ökonomische Faktoren, also zum Beispiel wo die Bauern ihre Produkte verkaufen. Daraus haben die Forscher dann ein mathematisches Modell gemacht, das zeigt, wie sich die Menge der Pestizide auf Ernte und Gewinn auswirkt.

Mehr Pestizide bedeuten nicht mehr Ertrag

Den Berechnungen der Forscher zufolge ernten nur sechs Prozent der Betriebe tatsächlich mehr, weil sie Pestizide einsetzen. Und das gilt vor allem für Monokulturen wie Rapsfelder, weil dort Schädlinge gleich das komplette Feld zerstören.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die Bauern 42 Prozent weniger Gift spritzen könnten, ohne, dass sie wirtschaftliche Einbußen hätten.

Auf Deutschland übertragbar?

Ob die Studie auch auf Deutschland übertragbar ist, darüber sind Wissenschaftler hierzulande sich uneins. Einige sehen die Zahlen kritisch und glauben nicht daran. Aber die meisten sagen, dass die Situation in Deutschland wahrscheinlich ähnlich aussehen würde. Auch in Deutschland ist es so, dass Landwirte tendenziell zu viel Pestizide sprühen, oft auch prophylaktisch. Wenn zum Beispiel Regen angesagt ist, dann spritzen sie manchmal schon vorher Fungizide, damit die Ernte nicht verschimmelt. Wenn es dann doch nicht regnet, dann hätte das nicht sein müssen. Aber viele Bauern können sich nicht leisten, dass die Ernte ausfällt, da sorgen sie lieber vor. Dazu kommt, dass Pestizide ziemlich billig sind. Manche Forscher schlagen deshalb vor, eine Steuer einzuführen.

Warum Pestizide gefährlich sein können

Man könnte natürlich einfach sagen: Hauptsache, die Ernte stimmt. Aber Pestizide sind Gifte. Und sie wirken immer schlechter, je öfter sie eingesetzt werden, weil Schädlinge resistent werden können. Außerdem töten Insektenvernichtungsmittel oft nicht nur Schädlinge wie Kartoffelkäfer, sondern auch nützliche Tiere wie Bienen. Und Pestizide bleiben nicht auf den Feldern, sondern werden mit dem Regen in Flüsse und Seen gespült und landen so auch auf unseren Tellern. Das kann ziemlich ungesund sein – wer übermäßig viel davon abkriegt, kann neurologische Probleme kriegen, Tumore oder Gendefekte. [4]

Augen Frösche können auch nachts Farben sehen

Frösche und Kröten können was, was wir nicht können: Im Dunklen Farben sehen.

Forscher in Schweden haben mehrere Experimente mit Fröschen und Kröten gemacht und nach eigener Aussage zum ersten Mal bewiesen, dass die Tiere ihre Fähigkeit, Farben zu erkennen, tatsächlich auch einsetzen können, wenn es stockdunkel ist. Sie machten das vor allem, um Fluchtwege zu finden.

Es ist schon bekannt, dass auch Motten und Geckos in schlechten Lichtverhältnissen Farben erkennen können, die Forscher sagen aber, dass Frösche das noch besser können. Menschen können im Dunklen keine Farben sehen, weil die Rezeptoren im Auge (Zapfen), die für Farben zuständig sind, Licht brauchen, um richtig zu arbeiten. [3]

Gleichberechtigung Lego würdigt Astronautinnen eigenen Baukasten

Katherine Johnson ist Nasa-Forscherin, Sally Ride war Astronautin.

Sie beide haben als Frauen die US-Raumfahrtbehörde Nasa entscheidend geprägt. Und genau deshalb könnten sie Kinder inspirieren - das meint der dänische Spielzeughersteller Lego und will sie als Vorlage für Lego-Figuren nehmen. Die sollen in einem Baukasten erscheinen, der den Astonautinnen und Forscherinnen der Nasa gewidmet ist.

Die Idee für das Set hatte ein Fan. Er hatte seinen Vorschlag an das Unternehmen geschickt und 10.000 Unterstützerstimmen gesammelt. Was das Set kosten wird, ist noch nicht ganz sicher. Es soll aber bis Anfang 2018 auf dem Markt sein. [3]