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Mittwoch, 28. Juni 2017

Mineralwasser-Test Plastikgeschmack und Pestizide

Frisch und rein, schmeckt natürlich, Wunder der Natur - so wird Mineralwasser beworben.

Mit der Reinheit ist es aber nicht so weit her, sagt die Stiftung Warentest. Sie hat 30 Sprudelwasser untersucht. 11 schnitten mit "gut" ab, 18 mit "befriedigend" und ein Wasser bekam nur die Note "ausreichend". Abzüge gab es für Spuren von Pestizidabbauprodukten, Süßstoffen und anderen Chemikalien. Zum Teil litt auch der Geschmack unter der Aufbewahrung in Kunststoffflaschen.

In einem Wasser wurde auch ein krebserregender Stoff gefunden - allerdings liegen die Konzentrationen aller unerwünschten Stoffe unter den erlaubten Grenzwerten. Laut Stiftung Warentest ist die Bezeichnung "natürlich" trotzdem nicht ganz gerechtfertigt.

#NotPetya Textdatei impft gegen Trojaner

Wenn man sich Viren eingefangen hat, helfen meistens keine Medikamente - aber man kann sich vorher mit einer Impfung schützen.

So ähnlich ist es anscheinend auch bei dem neuen Erpressungs-Trojaner, der seit gestern Firmen und Behörden in Europa, Russland und den USA angreift und deren Daten verschlüsselt.

Die Impfung gegen die Schadsoftware: Eine einzige Datei auf dem Rechner. Man legt eine leere, schreibgeschützte Datei mit dem Namen "perfc" in den Windows-Ordner und der Computer ist immun. Das ist die Anleitung, die im Netz gepostet und von Sicherheitsexperten bestätigt wurde. Allerdings kann der Rechner den Virus immernoch weitergeben. Alternative ist natürlich: Einfach die aktuellen Windows-Updates durchführen.

Von dem Angriff waren bisher zum Beispiel die ukrainische Zentralbank und der russische Ölkonzern Rosneft betroffen, aber auch US-Unternehmen und Computer für Messungen in der AKW-Ruine in Tschernobyl. Auf den infizierten Rechnern erscheint die Forderung, Geld zu bezahlen, um die Daten wieder zu entschlüsseln. Das entsprechende Konto ist aber schon stillgelegt. Die IT-Sicherheitsfirma Malwarebytes verzeichnete bisher (Stand: Mittwoch Mittag) rund 18 000 Infektionen in über 60 Ländern. [4]

Neue Medikamente Zeckenspucke gegen Herzprobleme

Bei einem Spaziergang durchs hohe Gras nimmt man sich manchmal unerwünschte blinde Passagiere mit.

Zecken hat keiner gerne, schließlich klauen sie nicht nur Blut, sondern übertragen auch Krankheiten. Allerdings ist ihre Spucke eine wahre Goldgrube für die Entwicklung von Medikamenten, schätzen Wissenschaftler der britischen Uni Oxford. Mit ihrem Speichel verhindert die Zecke, dass man den Einstich spürt, dass das Blut rundherum gerinnt und dass sich die Stelle entzündet. Schließlich zapfen uns die Tiere bis zu zehn Tage an.

Solche Wirkungen könnte man auch gut gegen Herzkrankheiten einsetzen, sagen die Wissenschaftler aus Oxford. Sie haben in der Zeckenspucke ein Protein entdeckt, das bei Menschen mit entzündetem Herzmuskel helfen könnte. Die Forscher meinen, dass sich auch bei Herzinfarkten, Schlaganfällen und Arthritis ein Blick in den Zeckenmund lohnt. Bis zu Medikamenten ist es aber noch ein weiter Weg. [1]

Modell für Vulkanausbrüche "...und nun die Eruptionsvorhersage:"

Der mögliche Vulkanausbruch als Teil der Wettervorhersage - so stellen sich französische Vulkanologen die Zukunft vor.

Sie beschreiben im Magazin Frontiers in Earth Science, wie sie mit Hilfe von Radar- und GPS-Daten Magmabewegungen unter der Erdoberfläche verfolgen können. Durch den Magmafluss bewegt sich nämlich auch die Oberfläche, und die Forscher haben dazu ein mathematisches Modell entwickelt, mit dessen Hilfe sie vorhersagen wollen, wann ein Vulkan ausbricht.

In der Simulation hat das schon funktioniert. Die Forscher konnten nicht nur den Vulkanausbruch vorhersagen, sondern auch die Größe des unterirdischen Magma-Reservoirs bestimmen und berechnen, wie viel Magma dort hineinströmt. Solche Magma-Seen befinden sich normalerweise tief unter der Eroberfläche und können nach Angaben der Forscher mit den bisher existierenden Methoden kaum untersucht werden. [1]

Werbung Sex sells doch nicht

Werbung für ein Sofa? Lass uns doch ne halbnackte Frau drauflegen.

Neues Smartphone? Verkauft sich bestimmt besser, wenn eine hübsche Frau es anpreist. Sex sells - das haben wir irgendwie akzeptiert. Stimmt aber vielleicht gar nicht. Forscher der Uni Illinois haben knapp 80 Einzelstudien zu dem Thema aus mehr als drei Jahrzehnten ausgewertet. Sie sagen: Ja, Plakate, Bilder und Spots mit Sex-Appeal erregen mehr Aufmerksamkeit und bleiben eher in Erinnerung - das heißt aber noch nicht, dass auch die Marke oder das Produkt dadurch besser wegkommen.

Die Teilnehmer der Studien konnten sich demnach zum Beispiel nicht besser an die Marken erinnern. Die Autoren schreiben außerdem: Das mit dem Verkaufen klappt auch nicht. Werbung mit sexuellen Anspielungen hätten null Effekt auf die Kaufbereitschaft. Bei Frauen komme die Werbung sogar sehr negativ an.

Krebstherapie Neue Sonde spürt Tumorzellen auf

Bei Krebs-Operationen müssen nach Möglichkeit alle Krebszellen entfernt werden, damit die Krankheit nicht so schnell zurückkehrt.

Kanadische Forscher und Mediziner haben jetzt eine spezielle Sonde entwickelt, die in Echtzeit - also während der Operation - praktisch hundert Prozent der Krebszellen in ihrer Nähe erkennt. Die neue Sonde ist die Weiterentwicklung eines Modells, das die Wissenschaftler schon vor zwei Jahren konstruiert haben und das zurzeit an Hirntumor-Patienten getestet wird. Das erste Modell nutzt allerdings nur die sogenannte Raman-Spektroskopie, mit der man Gewebeproben chemisch analysieren kann.

Die neue Sonde kann während der OP gleichzeitig auch den Stoffwechsel der Zellen und bestimmte Gewebereaktionen messen. Sie liefert also deutlich mehr Informationen, und die Mediziner sagen, dass sie damit nicht nur Gehirntumore, sondern auch Darm-, Lungen- und Hautkrebs behandeln können.

Chlorwasser Sonnencremes zerfallen in giftige Stoffe

Sonnencreme und Schwimmbadwasser sind offenbar keine so gute Kombination.

Russische Forscher haben herausgefunden, dass einzelne Bestandteile von Sonnencremes in giftige Substanzen zerfallen, wenn sie mit chlorhaltigem Wasser in Berührung kommen und gleichzeitig UV-Strahlen abkriegen, vor denen die Creme ja eigentlich schützen soll.

Die Wissenschaftler der Lomonosow Universität in Moskau haben im Grunde im Labor die typische Freibad-Situation nachgespielt. Dabei stellten sie fest, dass der weltweit extrem beliebte, weil sehr effektive, UV-Filter Avobenzon zerfällt - und zwar unter anderem in Acetophenon und Phenol. Beide Stoffe sind sehr giftig. Sie können Haut, Augen und Schleimhäute reizen oder sogar verätzen. Chloracetophenon ist ein Bestandteil von Tränengas. Werden dem Wasser Kupfersalze zugesetzt, was oft in Schwimmbädern passiert, damit das Wasser schön blau ist, dann entstehen außerdem große Mengen Bromoform, das Leber und Nieren schädigen kann. Die Ergebnisse wurden im Chemosphere Journal veröffentlicht. Die Forscher haben nur untersucht, wie sich die Stoffe zersetzen - nicht, ob und welche Mengen die menschliche Haut von den Substanzen aufnimmt.
[5]

Digital Dating Belästigung macht Mädchen mehr zu schaffen

Geschlechterklischees sind offenbar ganz schön hartnäckig.

Das zeigt sich auch in einer Studie über mieses Verhalten beim digitalen Dating. Psychologen der Unis von Michigan und Kalifornien haben gut 700 Schüler nach ihren Erfahrungen befragt. Sie schreiben im Journal of Adolescence, dass Jungen in Mädchen immer noch oft Sexualobjekte sehen. Für Mädchen habe dagegen die Beziehung oft oberste Priorität, was wiederum zu mehr Eifersucht und Besitzansprüchen führen könne. Das äußere sich zum Beispiel im Ausspionieren privater Daten.

In der Befragung berichteten Mädchen und Jungs ähnlich häufig von Übergriffen wie Drohungen und Beleidigungen. Mädchen wurden aber deutlich öfter sexuell angegangen, und sie fühlten sich von Übergriffen auch stärker getroffen. Die meisten Mädchen reagierten auch anders als Jungs: Sie beendeten in der Regel den Kontakt zum Partner. Die meisten Jungen dagegen schlugen zurück, etwa indem sie selbst aggressive Nachrichten verschickten. [1]

Sozialerhebung Durchschnitts-Student hat 918 Euro im Monat

Wer in Deutschland studiert braucht viel Geld.

Laut der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hat der finanzielle Druck auf Studierende in Deutschland im letzten Jahr zugenommen. Ein entscheidender Faktor seien die hohen Mieten in den Uni-Städten, der andere die immer noch oft zu niedrige Unterstützung durch das BAföG. Deshalb müssten inzwischen mehr als zwei Drittel der Studierenden nebenher jobben. Auch die Eltern mussten mehr dazu geben, im Schnitt waren es 541 Euro pro Monat.

Insgesamt hatten Studierende im vergangenen Jahr durchschnittlich 918 Euro im Monat zur Verfügung. Zum Vergleich: Der BAfög-Höchstsatz liegt bei 735 Euro. Er reicht also kaum aus. Und: Nur 18 Prozent der Studierenden bekamen überhaupt BAfög. Politiker von SPD, Linken, Grünen forderten deshalb Reformen, damit es nicht vom Einkommen der Eltern abhängt, ob jemand studieren kann.

Die Sozialerhebung wird seit 1951 durchgeführt, diesmal zum ersten Mal online. Fast 60.000 Studenten beteiligten sich, so viele wie noch nie. Auch nach Wünschen wurde gefragt. Viele wollen mehr Praxisbezug und flexiblere Studienformen. [4]