Deutschlandradio-Mobil
Wissen

Donnerstag, 29. September 2016

Thailand Kein Handel mehr mit Seepferdchen

Seepferdchen sind ziemlich süß - aber manche dichten ihnen leider eine potenzsteigernde Wirkung an.

Deswegen werden Seepferdchen oft nicht nur angeschaut, sondern getrocknet und weiterverarbeitet. Größter Lieferant war bisher Thailand, das die kleinen Meerestierchen vor allem nach China, Japan und Südkorea verkauft hat. Damit soll jetzt aber Schluss sein, in Zukunft ist der Handel damit verboten. Denn: Die Thailänder sorgen sich um ihre heimische Seepferdchen-Population.

Seepferdchen sind vom Aussterben bedroht. In vielen Ländern wurde der Handel mit ihnen schon unter Strafe gestellt. [2]

Erholung Allein sein hilft gegen Stress

Fühlt Ihr Euch gestresst? Dann solltet Ihr vielleicht mal was alleine machen.

Zum Beispiel ein Buch lesen, Musik hören oder einfach mal eine Runde spazieren gehen. Dass das Sich-Alleine-Beschäftigen als erholsam wahrgenommen wird, das hat jetzt eine Studie der Universität Durham in Großbritannien ergeben. Die Untersuchung ist den Autoren zufolge die umfangreichste, die bisher zum Thema Erholung gemacht wurde. 18.000 Menschen aus 134 Ländern wurden dazu online befragt.

Die Studie hat auch bestätigt: Diejenigen, die von sich selbst sagen, dass sie sehr viel Erholung brauchen, haben insgesamt ein niedrigeres Wohlbefinden. Die, die sich dagegen für ausgeruht halten, fühlen sich ziemlich gut.

In Großbritannien ruhen sich die Menschen laut der Studie im Schnitt täglich drei Stunden und acht Minuten aus - Schlafen wird nicht mitgerechnet.

Die Forscher hoffen, dass sie über die Ergebnisse ermitteln können, wie die optimale Erholung aussieht. Eine komplette Analyse der Daten soll nächstes Jahr vorgestellt werden. [3]

Evolution Gewalt steckt tief in uns Menschen

Der Mensch ist auch nur ein Säugetier - und als solches durchaus gewaltbereit.

So könnte man eine Studie spanischer Evolutionsforscher zusammenfassen, die heute im Fachmagazin "Nature" erscheint. Demnach sind Mord und Totschlag tief im Stammbaum von Menschen verwurzelt, sogar stärker als bei anderen Säugetieren. [1]

Die Wissenschaftler machten sich zunächst ein Bild davon, wie verbreitet tödliche Auseinandersetzungen bei einzelnen Arten von Säugetieren waren, und zwar gegenüber Artgenossen. Zu dem Zeitpunkt, als die Primaten ein eigener Zweig der Evolutionsgeschichte wurden, betrug der Gesamtanteil solcher Fälle etwa zwei Prozent. Unter prähistorischen Menschen fanden sie einen ähnlichen Wert; Grundlage dieser Daten waren mehr als 600 Studien anderer Wissenschaftler.

Das änderte sich erst in der Moderne: Seit etwa 100 Jahren hat die Gewaltbereitschaft unter Menschen stark abgenommen. Die Forscher werten das als Beweis, dass unter anderem die Kultur, die Gesellschaft und die ökologischen Bedingungen einflussreiche Faktoren sind. Auch, dass sich Menschen in Staaten organisiert haben, habe zu der Abnahme von Tötungsdelikten geführt.

Einkommen Wer an der FH studiert, verdient mehr

Fachhochschulen haben offenbar einen Vorteil:

Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung können FH-Absolventen in den ersten Berufsjahren mit einem deutlich höheren Bruttogehalt rechnen als ihre Kollegen mit Uni-Abschluss. Die "Rheinische Post" zitiert aus der Untersuchung, die noch nicht offiziell veröffentlicht ist. Demnach geht es um rund 47.700 Euro brutto pro Jahr für FH-Absolventen versus 41.550, gemessen jeweils fünf Jahre nach dem Einstieg in den Beruf.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka erklärt das vor allem mit der eher technischen und naturwissenschaftlichen Ausrichtung der Fachhochschulen. Sie sagte der Zeitung, in diesen Branchen werde besser bezahlt.

Für die Studie wurden 4.400 Absolventen aus dem Prüfungsjahrgang 2009 jeweils mehrfach befragt. [6]

Zwei weitere Erkenntnisse: rund 90 Prozent der Absolventen waren fünf Jahre nach Abschluss berufstätig, mehr als 60 Prozent der Uni-Absolventen unbefristet und in Vollzeit. Im Fall der FH-Absolventen lag die Quote sogar bei mehr als 80 Prozent.

Asthma-Risiko Raucher haben schlechtes Sperma

Keinen Alkohol, keine Zigaretten, keinen Rohmilchkäse: Die Grundregeln für Schwangere sind hinreichend bekannt.

Was werdende Väter ihrem Nachwuchs mitgeben, ist aber auch nicht ohne. Wie norwegische Forscher herausfanden, haben Kinder ein dreimal so hohes Risiko, an Asthma zu erkranken, wenn ihre Väter vor der Befruchtung Raucher waren. Vergleichsgruppe waren Kinder von Vätern, die nie geraucht hatten. Auch der Zeitpunkt der ersten Zigarette spielte eine Rolle: je früher, desto schlechter. Keine Verbindung fanden die Forscher dagegen bei Müttern, die vor ihrer Schwangerschaft rauchten. [2]

Die Ergebnisse deuten nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass die Qualität des Spermas leidet. Damit werden angeborene Fehlbildungen wahrscheinlicher.

Psychologie Warum Clowns gruselig sind

Stephen King hätte es eigentllich gar nicht gebraucht - obwohl er in "Es" einen der wohl bekanntesten bösen Clowns erfunden hat.

Psychologen des Knox College aus Illinois in den USA haben sich jetzt mit der Frage beschäftigt, warum Clowns auf viele Menschen irgendwie gruselig wirken. Mehr als 1.300 Probanden wurden zu Merkmalen befragt, die sie bei einer Person unheimlich finden. Danach gab es noch weitere Tests, um falsche Zusammenhänge auszuschließen und mehr Details zu erfahren. Das Ergebnis der Psychologen: Unberechenbarkeit ist ein ganz wesentlicher Faktor, außerdem bekamen es viele der Befragten mit der Angst, wenn sie ein anderer komisch ansah oder seltsame Gesten machte. Das Erscheinungsbild der Person, die als unheimlich empfunden wurde, war dabei gar nicht so wichtig, sondern verstärkte eher einen schon vorhandenen Effekt. Und: Alles in Allem liegen Männer im Grusel-Ranking vorn. Befragt nach Beschäftigungen, die als unheimlich bewertet wurden, nannten die Beschäftigten Tierpräparatoren, Leichenbestatter und an der Spitze - Clowns.[4]

Quatsch mit Soße Imbiss kreiert Trump-Sandwich

Für Trump-Hasser dürfte dieses Sandwich eine wahre Delikatesse sein.

In der Kreation eines kanadischen Imbissbudenbesitzers an der Grenze zu den USA ist jeder einzelne Bestandteil eine nicht freundlich gemeinte Anspielung auf die politischen Vorstellungen des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers. Erstens: zwei Scheiben pappiges Weißbrot. Zweitens: jede Menge "baloney", was zum einen eine mortadellaähnliche Wurst beschreibt, zum anderen aber auch ein Synonym ist für dummes Zeug. Drittens: russische Sauce - wegen der Russland-Connection, die Trump nachgesagt wird. Viertens türmt sich um das Sandwich - frei nach der Forderung nach einer Mauer an der Grenze zu Mexiko - eine Mauer aus Taco-Chips. Zuletzt noch ein gezielter Schlag unter die Gürtellinie: Ein kleines Essiggürkchen ist auch dabei.

Seitdem das Angebot auf dem Markt ist, tobt vor allem in den sozialen Medien die Diskussion um dessen Maß an Geschmacklosigkeit, vor allem Trump-Anhänger fluten die Facebook-Seite des Imbiss-Shops und geben ihm schlechte Kritiken. Allerdings hat der Besitzer nach eigenen Worten auch viel Unterstützung erhalten. Inzwischen fühlt er sich angesichts des großen Echos aber doch überfordert und sagte dem Portal Buzzfeed, das Ganze sei doch nur als Scherz geplant gewesen. 3

Hier gibt's [Bilder vom Sandwich|http://www.cbc.ca/news/canada/windsor/windsor-deli-serves-trump-sandwich-full-of-baloney-with-wall-of-mexican-chips-1.3724516].

Überleben Was Jaguare dem Säbelzahntiger voraus haben

Säbelzahntiger waren mit Sicherheit eindrucksvolle Raubkatzen - genützt hat es ihnen nichts, sie sind längst ausgestorben.

Dass es anderen Raubkatzen wie dem Jaguar und dem Puma nicht so erging, hat nach Erkenntnis britischer Forscher mit deren Genügsamkeit und Flexibilität zu tun. Ihr Gebiss sei eigentlich für größere Beutetiere ausgelegt, schreiben sie in "National Geographic". Dass Jaguare und Pumas sich auch mit kleineren Mahlzeiten zufrieden gaben, bezahlten sie - evolutionsbiologsich betrachtet - zwar mit einer geringeren Körpergröße und einem wesentlich kleineren Lebensraum. Dennoch sicherte ihnen diese Taktik nach Ansicht der Forscher letztlich das Überleben, weil sie so einer Konkurrenz um die Beutetiere entgehen konnten. Das Muster fanden die Wissenschaftler auch bei anderen Fleischfressern, die es seit Millionen von Jahren gibt, zum Beispiel bei Hyänen. [3]