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Dienstag, 17. Oktober 2017

Studie Alligatoren haben Haie zum Fressen gern

Haie und Alligatoren sind für Menschen beide ziemlich bedrohlich.

Allerdings können sich beide Raubtiere auch gegenseitig gefährlich werden. US-Forscher haben beobachtet, dass Alligatoren an der US-Atlantik- und an der Golfküste immer häufiger Jagd auf junge Haie machen. Im Fachmagazin Southeastern Naturalist berichten sie von mehreren Beobachtungen. Dabei haben sie festgestellt, dass auch Stachelrochen auf dem Speiseplan der Reptilien stehen. Bisher gab es nur selten Belege für den Haihunger der Alligatoren, die Beobachtungen der Forscher belegen das jetzt aber offenbar. Die Wissenschaftler sagen, es ist relativ normal, dass sich Alligatoren und Haie in Küstennähe in denselben Gewässern aufhalten. Ob die Alligatoren tatsächlich einen Hai angreifen, hängt wohl am Ende allein von der Größe des Opfers ab. Die Forscher sagen, wenn das Reptil meint, es gewinnt den Kampf gegen den Hai, dann wird es ihn wagen. [2]

Statt Fischmehl Deutsche Zuchtgarnelen sollen vegan ernährt werden

Die meisten Zuchtgarnelen, die bei uns auf den Tisch kommen, wurden vorher mit Fischmehl gefüttert.

Das liegt daran, dass die Tiere Proteine bekommen sollen, damit sie schneller wachsen. Forscher vom Alfred-Wegner-Institut in Bremerhaven wollen das ändern. Denn Fischmehl wird nicht nur aus Fischresten, sondern auch aus Jungfischen und Sardinen hergestellt - trägt also zur Überfischung der Meere bei.

Die Wissenschaftler suchen deshalb Alternativen. Aktuell experimentieren sie mit den bunt blühenden Lupinen. Deren Hülsenfrüchte sind besonders eiweißreich. Deren Vorteil ist, dass man sie in Deutschland in Bioqualität anbauen kann und sie nur wenig Dünger brauchen.

Die Garnelenzucht ist in Deutschland ein Nischenmarkt. Bis jetzt gibt es gerade mal drei Firmen. Die Alfred-Wegner-Forscher sagen, wenn deutsche Garnelen nachhaltig gezüchtet werden könnten, könnte der Markt dafür wachsen. [4]

"Soziale Seuche" Social Media Accounts feiern Magersucht

Herausstehende Hüften, abgemagerte Frauen mit vorstehenden Rippenknochen - solche Bilder sind bei einigen Social-Media-Accounts besonders In.

Britische Forscher von der Uni Exeter haben hunderte solcher Posts untersucht, die unter Hashtags wie #bonespiration - also zu deutsch Knocheninspiration, oder auch #thinspiration und #fitspiration - veröffentlicht wurden. Am extremsten waren Bilder unter dem Hashtag #Bonespiration, während Bildern mit dem Hashtag #fitspiration eher sehr dünne, aber muskulöse Menschen zeigten.

Die Wissenschaftler warnen vor dem Trend. Sie sagen, durch die Posts würden extrem ungesunde Körpertypen beworben werden. Jugendliche könnten zur Magersucht verleitet werden. Eine der Forscherinnen spricht über die Posts sogar von einer sozialen Seuche.

Die Mediziner betonen: Magersucht und extremer Gewichtsverlust sind ein ernstzunehmendes soziales und medizinische Problem. Jugendlichen sollten eher positive und gesunde Körperbilder vermittelt werden. [5]

Tierverhalten Wölfe haben gutes Teamwork

Hunde gelten als perfekter Begleiter für den Menschen, weil sie so sozial sind.

Allerdings scheint das vor allem in der Beziehung Hund-Mensch zu gelten. Untereinander können zum Beispiel ihre wilden Verwandten - die Wölfe - viel besser miteinander arbeiten.

Das haben Forscher von der Uni Wien in einem Experiment herausgefunden. Die Wissenschaftler haben jeweils Teams von zwei Hunden und zwei Wölfen getestet. Der Ablauf war so, das hinter einem Zaun Futter auf einem Tisch platziert war, dass für die Tiere unerreichbar war. Einzige Ausnahme: Beide Tiere zogen gleichzeitig an zwei angebrachten Stricken. Dann konnten sie sich das Futter heranziehen. Die Forscher beobachteten dabei, dass die Wölfe in jedem vierten Versuch an das Futter kamen. Hundepärchen schafften es gerade mal in zwei von 472 Versuchen. Am besten klappte die Zusammenarbeit bei den Wölfen auch, wenn sie eine enge Beziehung zueinander hatten. Die Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass Wölfe in Rudeln leben und auch gewohnt sind, gemeinsam zu jagen. [4]

Grönland Meerwasser wird süßer

Das Meer rund um Grönland wird immer süßer, dadurch, dass das Eis schmilzt.

Das klingt erst mal gar nicht so schlecht, es zieht aber bedenkliche Folgen nach sich. Denn: Das salzärmere Wasser strömt an Grönlands Küste entlang Richtung Süden. Da liegt die so genannte nordatlantische Umwälzpumpe - und die ist für unser Wetter extrem wichtig.

An dieser bestimmten Stelle im Nordatlantik stürzt warmes Wasser, das über den Golfstom an Europa vorbei Richtung Norden fließt, mehr als 2.000 Meter in die Tiefe. Da fließt es dann als kalte Tiefenströmung wieder zurück nach Süden. Der Sog, der dadurch entsteht, zieht neues, warmes Wasser nach. Das Ganze wird angetrieben durch den Unterschied im Salzgehalt und der Temperatur des Wassers. Wenn sich aber der Salzgehalt an dieser Stelle verändert, wird diese Umwälzpumpe gebremst. Erste Anzeichen dafür, dass das tatsächlich passiert, haben Forscher schon vor zwei Jahren festgestellt - die neuen Ergebnisse bestätigen jetzt diese früheren Prognosen.

Außerdem könnte die Versüßung der Meeresgebiete rund um Grönland Auswirkungen auf das Algenwachstum und den Fischbestand haben. [3]

China Frühmenschen verwandt mit Südamerikanern

Welche Wege unsere Vorfahren vor 60.000 Jahren von Afrika aus in die Welt genommen haben, ist mittlerweile ziemlich gut erforscht.

Einzige Ausnahme ist Ostasien. Hier fehlten bisher umfangreiche Analysen der DNA von den frühen Menschen. Jetzt haben Forscher der Chinese Academy of Sciences in Peking Gebeine eines rund 40.000 Jahre alten Asiaten untersucht, die in der Tianyuan-Höhle bei Peking entdeckt worden waren.

Das Ergebnis: Der Tianyuan-Mensch ist am ehesten mit den heutigen Menschen in Ost- und Südostasien verwandt. Überraschend ist aber, dass der Tianyuan-Mensch entfernt mit indigenen Stämmen verwandt ist, die heute im Amazonas in Südamerika leben. Sie haben neun bis 15 Prozent ihres Erbgutes von derselben asiatischen Vorfahren geerbt, von der auch der Tianyuan-Mensch abstammt. Mit den Indianerstämmen aus Nordamerika ist der Asiat aber nicht verwandt.

Damit scheint sich eine These zu bestätigen, die Wissenschaftler schon vor zwei Jahren aufgestellt haben: Dass zeitgleich mindestens zwei Menschengruppen unabhänging voneinander aus Asien in die Neue Welt gekommen sind. [2]

Pazifik Mehr Werbung für Flughunde

Auf den vielen Inseln im Pazifik gibt es verschiedene Flughundearten.

Einige von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Anderen Arten dagegen geht es gut. Warum das so ist, wollten australische Wissenschaftler herausfinden. Vor allem großangelegte Rodungen sind für das Aussterben der Tiere verantwortlich. Aber auch die Einheimischen sind schuld. Die jagen die Tiere, um sie zu essen und ihre Zähne als lokales Zahlungsmittel und Statussymbol zu nutzen. Deshalb haben die Forscher knapp 200 Bewohner von einer der Inseln befragt, über ihre Jagd und welchen Wert die Flughunde für sie haben. Darüber konnten die Forscher herausfinden, welchen Einfluss die Jäger auf die Flughunde-Populationen haben.

Die Forscher konnten tatsächlich einen Zusammenhang herstellen: Da, wo es nur noch wenige Flughunde gab, wurde am meisten gejagt - unabhängig von den Abholzungen des Waldes. Deshalb empfehlen die Forscher, Werbung für die Tiere zu machen. Es sei wichtig, den Einheimischen deutlich zu machen, wie wichtig die Flughunde für das Ökosystem der Insel sind. Die verbreiten nämlich die Samen der Bäume und tragen so dazu bei, dass der Baumbestand über Jahrtausende erhalten blieb. [5]